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Vorbeugung vor Schäden durch den Wolf

Die bevorstehende Winterzeit sollte jeder Tierhalter nutzen, um seine Herdenschutzmaßnahmen vor dem Wolf zu überprüfen und ggf. zu verbessern.

Wir sind zur Prävention vor Wolfsschäden in der Region Mittel- und Westsachsen tätig:

  • Landkreise Mittelsachsen, Erzgebirge, Vogtland, Zwickau, Leipzig, Nordsachsen sowie die Städte Chemnitz und Leipzig.

Handlungsbedarf ?
Sie sind sich nicht sicher, ob Ihre Nutztiere ausreichend geschützt sind?
Ob vor Ort, telefonisch oder per E-Mail – wir beraten Sie zu Herdenschutzmaßnahmen und/oder unterstützen Sie bei der Beantragung von Fördermitteln.
Die Beratungen sind für alle Tierhalter kostenfrei.


Information zu Schutzmaßnahmen vor Wölfen in Sachsen

Schafe und Ziegen
Mit der Rückkehr des Wolfes sollten Schaf- und Ziegenhalter Vorkehrungen für den Schutz ihrer Tiere treffen. Diese Tierarten werden am häufigsten von Wölfen getötet, da sie vermutlich gut ins Beuteschema passen. Daher ist es wichtig, dem Wolf den Zugang zu den Nutztieren zu erschweren.
Elektrozäune mit einer Höhe von mindestens 105 bis 110 cm bieten einen sehr wirksamen Schutz. Sowohl Netzzäune als auch Litzenzäune (mit mindestens 5 Litzen) sind geeignet. Außerdem sollte die Koppel nicht zu klein sein, damit die Tiere selbst bei einem versuchten Übergriff durch einen Wolf genügend Platz zum Ausweichen haben und nicht aus der Koppel ausbrechen. Auch das Einstallen über Nacht ist bei kleineren Tierbeständen ein effektiver Schutz. Diese Maßnahmen garantieren zwar keinen 100%igen Schutz, können jedoch Übergriffe durch den Wolf reduzieren.
Festzäune aus Maschendraht, Knotengeflecht oder ähnlichem Material stellen hingegen einen weniger guten Schutz dar. Sie sind eine rein physische Barriere und verfügen anders als Elektrozäune über keine abschreckende Wirkung. Erfahrungsgemäß können sie von Wölfen leicht untergraben, übersprungen oder überklettert werden. Sie werden deshalb nicht zum Schutz der Nutztiere vor Wolfsübergriffen empfohlen.

Für Halter von Schafen und Ziegen gilt ein Mindestschutz, um im Schadensfall eine Schadenausgleichzahlung zu erhalten. Dazu gehören auf der gesamten Koppellänge mindestens 90 cm hohe Elektrozäune oder mindestens 120 cm hohe Festzäune. Bei stromführenden Zäunen ist eine ausreichende Spannung (mind. 2.500 V) und eine gute Erdung wichtig. Die Umzäunung darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten und alle Seiten der Koppel müssen geschlossen sein – über Gräben oder andere Gewässer können Wölfe leicht eindringen. Zäune sollten regelmäßig auf Schwachstellen geprüft und diese zeitnah beseitigt werden.

Wild in Gattern
Bei der landwirtschaftlichen Haltung von Wild in Gattern sollte darauf geachtet werden, dass die Anlagen so beschaffen sind, dass ein Untergraben bzw. Durchschlüpfen oder Überspringen durch den Wolf nicht möglich ist. Um dies zu verhindern kann zusätzlich eine Zaunschürze aus Knotengeflecht angebracht oder bodennahe stromführende Drahtlitzen eingesetzt werden.

Rinder und Pferde
Aufgrund der Seltenheit von Wolfsübergriffen auf Rinder und Pferde gibt es keine speziellen, als Mindestschutz vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen für Rinder- und Pferdeherden. Allgemein geltende Haltungsbedingungen der guten fachlichen Praxis sollten eingehalten werden. Empfohlen wird allerdings, Kälber, Jungrinder und Fohlen nicht alleine, sondern zusammen mit erwachsenen Tieren auf der Weide zu halten. Außerdem sollte die Einzäunung so beschaffen sein, dass die Jungtiere innerhalb der Koppel bleiben.
Möchten Rinder- oder Pferdehalter ihre Koppeln besser sichern, sollten betriebsspezifische Lösungen Anwendung finden.


Förderung und Schadensmeldung in Sachsen

Förderung zur Vorbeugung
Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der Richtlinie Natürliches Erbe (RL NE/2014) Schutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe fördern zu lassen. Dazu gehören z. B. die Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterband und Herdenschutzhunden sowie die Installation von Untergrabschutz bei Wildgattern. Dies gilt sowohl für die Kleinbestandshaltung als auch für Tierhalter im landwirtschaftlichen Haupt- oder Nebenerwerb. Die Förderhöhe beträgt 80 % der nachgewiesenen, angemessenen Nettoausgaben.

Schadensmeldung
Im Falle eines Übergriffes auf Nutztiere ist eine Rissbegutachtung Voraussetzung dafür, dass der Tierhalter seinen Anspruch auf Schadensausgleich geltend machen kann. Die Meldung eines Schadens muss durch den Tierhalter innerhalb von 24 Stunden an das zuständige Landratsamt erfolgt sein, um eine zeitnahe Begutachtung vor Ort zu ermöglichen. Außerhalb der Dienstzeiten, an Wochenenden oder Feiertagen, kann der Kontakt zu den Rissgutachtern auch über die Rettungs- oder Polizeileitstellen hergestellt werden.
Sollte der Verdacht auf einen Wolfsriss bestehen, sind in der Umgebung des Risses keine Spuren oder sonstige Hinweise zu zertreten oder zu verwischen. Auch die Fundsituation muss unverändert bleiben und der Kadaver sollte zum Schutz vor Aasfressern abgedeckt werden.

Im Nachgang müssen Sie Ihre Schutzmaßnahmen überprüfen! Gemeinsam können zügig ausreichende Schutzmaßnahmen für Ihre Tiere installiert und entsprechende Fördermittel zur künftigen Vorbeugung beantragt werden.


Kontaktmöglichkeiten zum Berater – bitte hier klicken

Herr Dipl.-Agraring. Ulrich Klausnitzer


gefördert vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie


Hinweis: Zuständig für die Präventionsberatung in den Landkreisen Görlitz, Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz–Osterzgebirge sowie für die Stadt Dresden ist Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst (Dienstsitz: Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Malschwitz OT Wartha, Telefon 035932 36531, E-Mail Andre.Klingenberger@smul.sachsen.de).

Das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ ist die offizielle Ansprechstelle zum Thema Wolf für Bevölkerung und Medien in Sachsen (Sitz in Rietschen, Telefon 035772 46762).

Naturschutzberatung für Landwirte

Landkreis Mittelsachsen (Altkreis Döbeln), Naturschutzqualifizierung (C.1)

Beratungsangebot im Jahr 2017

In der aktuellen Förderperiode ist das Fachbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie als Naturschutzberater für Landnutzer im Landkreis Mittelsachsen im Bereich des Altkreises Döbeln tätig.

Unsere Naturschutzberatung ist für die Landnutzer immer kostenlos und gilt für:

  • alle landwirtschaftlichen Betriebe mit Betriebssitz innerhalb des Altkreises Döbeln (Beratungen sind für diese Betrieb zu innerhalb und auch außerhalb des Altkreises DL liegenden Betriebsflächen möglich),
  • Betriebe mit Betriebssitz außerhalb Sachsens – aber mit landwirtschaftlich genutzten Betriebsflächen innerhalb des Altkreises DL (für diese Flächen können Beratungen erfolgen).

Allgemeine Informationen zu Ihrem Betrieb

  • Ihnen geben wir einen Überblick zu spezifischen Anforderungen des Naturschutzes im Bereich Ihres Betriebes – z. B. im Hinblick auf spezielle Arten oder Biotope.
  • Sie bekommen außerdem Informationen zu Möglichkeiten einer Erhaltung und Entwicklung der ökologischen Funktionen landwirtschaftlicher Nutzflächen (incl. deren Umfeld) sowie zum Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft.
  • Insgesamt sinnvoll u. a. zur Konfliktvermeidung bzgl. Beeinträchtigungen von Biotopen, Lebensraumtypen (FFH-LRT innerhalb und außerhalb der FFH-Gebiete) und Arten sowie deren Lebensstätten. Hinweise zum Biotopverbund werden gegeben.

Kostenlos und unverbindlich!


Konkrete vor-Ort-Informationen – einzelflächenbezogenes Angebot

Wir beraten Sie konkret vor Ort zu Maßnahmen im Sinne des Naturschutzes, die über die Naturschutzförderung der Richtlinie AuK/2015 finanziert werden können.

Durch uns erfolgen Anleitungen zur erfolgreichen Beantragung von Finanzierungsmitteln (z. B. Auswahl des passenden Programmes, Vorschlag zum konkreten Flächenzuschnitt).
Sie, der Landwirt, beantragen die Fördermittel. Wir können nach erfolgreicher Fördermitteleinwerbung mit Ihnen gemeinsam die Maßnahme(n) begleiten (u. a. zu Besonderheiten bei speziellen Pflanzen- und/oder Tierarten, Hilfe bei problematischen Entscheidungen auf der Fläche).

Interessierte Landwirte können für die Maßnahme „Artenreiches Grünland – Ergebnisorientierte Honorierung (EOH)“ geschult werden (Kennenlernen der Zielarten etc.).

Kostenlos und unverbindlich!


Kontaktmöglichkeiten zu Ihren Beratern – bitte hier klicken

Herr Dipl.-Agraring. Ulrich Klausnitzer
Frau Dipl.-Ing. Landespflege (FH) Aline Langhof (Freie Mitarbeiterin)

 

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