{"id":174,"date":"2015-10-29T17:55:51","date_gmt":"2015-10-29T16:55:51","guid":{"rendered":"http:\/\/fbnl-eco.de\/?page_id=174"},"modified":"2016-03-14T08:33:01","modified_gmt":"2016-03-14T07:33:01","slug":"zur-vegetationsentwicklung-in-flurgehoelzen-der-havelniederung-noerdlich-berlins-neuholland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fbnl-eco.de\/?page_id=174","title":{"rendered":"Zur Vegetationsentwicklung in Flurgeh\u00f6lzen der Havelniederung n\u00f6rdlich Berlins (Neuholland)"},"content":{"rendered":"<p>Unter den Flurgeh\u00f6lzen sind die Hecken vegetationskundlich am besten bearbeitet. In der Regel handelt es sich dabei um &#8222;alte&#8220; Heckenstandorte, das hei\u00dft um &#8222;Grenzhecken&#8220; (z. B. Steinr\u00fccken-Hecken, Wallhecken) im Acker- und Gr\u00fcnland, um Hecken der Wegr\u00e4nder und B\u00f6schungen, wie sie insbesondere in der vorindustriellen Kulturlandschaft spontan entstanden oder angelegt wurden. Diese struktur- und artenreichen, landschafts\u00f6kologisch und -gestalterisch wertvollen Hecken fielen im Industriezeitalter oft der Intensivierung der Landnutzung zum Opfer (besonders in den sechziger und siebziger Jahren im Rahmen der &#8222;Flurbereinigung&#8220;\/BRD bzw. &#8222;Flurneugestaltung&#8220;\/DDR). In den letzten Jahrzehnten wurden, nachdem die Landschaft &#8222;ausger\u00e4umt&#8220; wurde, Flurgeh\u00f6lze neu angelegt, meist als Schutzpflanzungen zur Verringerung der Wind- und Wassererosion, zur Stabilisierung oder Erh\u00f6hung landwirtschaftlicher Ertr\u00e4ge, aber auch zur Verbesserung des Habitatangebotes f\u00fcr Pflanzen und Tiere, aus Gr\u00fcnden der Landschafts\u00e4sthetik und der Holzproduktion au\u00dferhalb des Waldes.<br \/>\nBisher liegen kaum Kenntnisse zur Vegetationsentwicklung in solchen jungen Flurgeh\u00f6lzen bzw. Schutzpflanzungen vor. Erste Ergebnisse der Untersuchungen zur Bodenvegetation von Windschutzpflanzungen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Breite sowie von Restwald-Feldgeh\u00f6lzen und angrenzendender W\u00e4lder im Gebiet von Neuholland sollen hier vorgestellt werden.<\/p>\n<p>Anliegen der Auswertung ist keine pflanzensoziologische Einordnung der untersuchten Flurgeh\u00f6lze, sondern eine Interpretation der Vegetationsentwicklung. Es wird eine Typenbildung f\u00fcr die Krautschicht vorgenommen.<\/p>\n<p>Die untersuchten Schutzpflanzungen weisen in der noch nicht stabilisierten Krautschicht eine hohe nat\u00fcrliche und anthropogene Dynamik auf. Die floristische Struktur l\u00e4sst noch keine Entwicklung zu einer Waldbodenvegetation der potentiellen nat\u00fcrlichen Waldgesellschaften erkennen. Die Krautschicht spiegelt mit zunehmendem Alter der Best\u00e4nde Verh\u00e4ltnisse wider, wie sie f\u00fcr nitrophile Waldm\u00e4ntel, Geb\u00fcsche bzw. S\u00e4ume und damit Waldrandkomplexe in intensiv genutzten Agrarlandschaften typisch sind. Naturverj\u00fcngung einzelner Geh\u00f6lzarten der f\u00fcr das Gebiet typischen Waldvegetation tritt auf, wird jedoch in der Regel vom Wild verbissen.<br \/>\nWenn auch landschafts\u00f6kologische und -gestalterische Funktionen von diesen Flurgeh\u00f6lzen erf\u00fcllt werden, so ist aus Sicht der Flora und Vegetation der Naturschutzwert \u00e4u\u00dferst gering. In der Bodenvegetation junger Schutzpflanzungen k\u00f6nnen bei Bodenbearbeitung zwar h\u00f6here Artenzahlen auftreten als in benachbarten naturnahen W\u00e4ldern, die Vegetation wird jedoch &#8211; wie auch in den \u00e4lteren Best\u00e4nden &#8211; von Nitrophyten und Ubiquisten beherrscht. Gef\u00e4hrdete Pflanzenarten Brandenburgs (laut Roter Liste) treten gelegentlich in den Meliorationsgr\u00e4ben (<em>Butomus umbellatus<\/em>) und im angrenzenden Feuchtgr\u00fcnland (<em>Lychnis flos-cuculi<\/em> in einer M\u00e4hweide) auf, in den Schutzpflanzungen bzw. deren Saum wurden lediglich einmal <em>Leucanthemum vulgare<\/em> und eine Pflanze <em>Chenopodium bonus-henricus<\/em> festgestellt.<br \/>\nSollen die Schutzpflanzungen hinsichtlich der Habitatfunktion und des Biotopverbundes zwischen den naturnahen Restwald-Feldgeh\u00f6lzen und benachbarten W\u00e4ldern einen h\u00f6heren Wert erlangen, ist eine Umwandlung der Pappelpflanzungen in standortgem\u00e4\u00dfe Baumbest\u00e4nde dringend geboten.<\/p>\n<p><u>Literatur:<\/u><br \/>\n<span style=\"font-variant: small-caps;\">Klausnitzer, U.<\/span>; <span style=\"font-variant: small-caps;\">Schmidt, P. A. <\/span>(1997): Flurgeh\u00f6lze im Kontext der Waldrand-Lebensgef\u00fcge und die Entwicklung der Vegetation in Schutzpflanzungen der Agrarlandschaft. Natur- und Kulturlandschaft 2: 136-144.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Bearbeitung:<\/span> Dipl.-Agraring. Ulrich Klausnitzer<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/fbnl-eco.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/klausnitzer_flurgehoelze.pdf\">Ver\u00f6ffentlichung als PDF<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter den Flurgeh\u00f6lzen sind die Hecken vegetationskundlich am besten bearbeitet. In der Regel handelt es sich dabei um &#8222;alte&#8220; Heckenstandorte, das hei\u00dft um &#8222;Grenzhecken&#8220; (z. B. Steinr\u00fccken-Hecken, Wallhecken) im Acker- und Gr\u00fcnland, um Hecken der Wegr\u00e4nder und B\u00f6schungen, wie sie insbesondere in der vorindustriellen Kulturlandschaft spontan entstanden oder angelegt wurden. 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